Die Kurzantwort
WLAN-Smart-Home ist gut für Mieter und Bestandsbauten. KNX ist sinnvoll für Neubau und Sanierung wenn Wände eh offen sind.
KNX im Detail
KNX (Konnex) ist seit 1990 der internationale Bus-Standard für Gebäudeautomation. Eine grüne 2-Drahtleitung verbindet alle Komponenten — Schalter, Sensoren, Aktoren — herstellerunabhängig.
Stärken
- Zukunftssicher: ETS-programmierbar, hersteller-übergreifend (MDT, Gira, ABB, Theben)
- Robust: kein Netzwerk-Ausfall, keine Cloud-Abhängigkeit
- Werterhalt: Immobilien mit KNX erzielen 3–5 % Aufpreis
- 30+ Jahre Lebensdauer — viele Bauteile aus den 90ern laufen heute noch
Schwächen
- Höhere Erstinvestition: 3.000–8.000 € für ein EFH
- ETS-Programmierung erforderlich (durch zertifizierten KNX-Partner)
- Nachrüstung bei Bestandsbau aufwendig (Wände stemmen)
WLAN-Smart-Home (Shelly, TP-Link, Tuya)
Stärken
- Sofort einsatzbereit: Stecker in Steckdose, App scannen, fertig
- Günstig: 20–80 € pro Gerät
- Mietsicher: alles wieder mitnehmbar
Schwächen
- Cloud-Abhängigkeit (Tuya, Amazon, Google)
- WLAN-Last steigt (40+ Geräte = Router-Stress)
- Hersteller-Lock-in — Wechsel teuer
- Datenschutz: Telemetrie geht zum Hersteller
Die Misch-Strategie
Empfehlung aus 200+ KNX-Projekten: KNX im Wohnbereich (Licht, Beschattung, Heizung) plus WLAN für Komfort-Geräte (smarte Steckdose Weihnachtsbaum, IP-Kamera). So nutzt du die Stärken beider Welten.
Was kostet ein KNX-EFH-Komplettpaket?
| Größe | Räume | Material | + ETS-Programmierung |
|---|---|---|---|
| Klein | 4 Räume | 1.800 € | 2.500 € |
| Mittel | 8 Räume | 3.200 € | 4.500 € |
| Groß | 12+ Räume | 5.500 € | 7.800 € |
Preise inkl. MDT-Tastsensoren, Aktoren, Netzteil, Linienkoppler. Verkabelung extra.