Der FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzeinrichtung, englisch: RCD) ist eines der wichtigsten Sicherheitsbauteile in jeder Elektroinstallation. Er schützt Menschen vor lebensgefährlichen Stromschlägen. In diesem Ratgeber erklären wir die verschiedenen Typen und helfen bei der Auswahl.
Wie funktioniert ein FI-Schutzschalter?
Ein FI-Schutzschalter überwacht permanent den Stromfluss zwischen Hin- und Rückleiter. Im Normalfall ist die Summe beider Ströme gleich null. Fließt Strom über einen Fehlerweg ab — zum Beispiel über den menschlichen Körper — entsteht ein Differenzstrom (Fehlerstrom). Sobald dieser den Auslösewert (meist 30 mA) überschreitet, schaltet der RCD die Leitung innerhalb von Millisekunden ab.
FI-Schutzschalter Typen
Typ A — Der Standard
Erkennt Wechsel-Fehlerstrom und pulsierende Gleichfehlerströme. Der Typ A ist heute Mindeststandard für Wohnungen nach DIN VDE 0100-410. Geeignet für die meisten Haushaltsgeräte, LED-Dimmer und Netzteile.
Typ B — Für Frequenzumrichter
Erkennt zusätzlich glatte Gleichfehlerströme. Pflicht bei Wallboxen für Elektroautos (wenn kein integrierter DC-Fehlerstromschutz vorhanden), Photovoltaik-Wechselrichtern und bestimmten industriellen Antrieben.
Typ F — Für Frequenzumrichter im Haushalt
Speziell für Geräte mit einphasigen Frequenzumrichtern: Waschmaschinen, Wärmepumpen, Klimaanlagen. Typ F ist fehlerstromfest gegenüber hochfrequenten Strömen, die Typ A fälschlicherweise auslösen könnten.
Typ AC — Veraltet
Erkennt nur reine Wechselfehlerströme. In Deutschland für Neuinstallationen nicht mehr zulässig, da moderne Geräte pulsierende Gleichströme erzeugen können.
Auslösestrom: 30 mA vs. 300 mA
- 30 mA: Personenschutz — Pflicht für Steckdosen bis 32A, Badezimmer, Außenbereich
- 300 mA: Brandschutz — Für Zuleitungen, Hauptverteilungen, Brandschutz nach DIN VDE 0100-420
- 10 mA: Erhöhter Personenschutz — Empfohlen für Kinderzimmer und medizinische Bereiche
Nennstrom richtig wählen
Der Nennstrom des FI muss mindestens so groß sein wie die Summe der vorgeschalteten Sicherungen. Gängige Größen: 25A (für bis zu 1x B16), 40A (Standard 2-3 Stromkreise), 63A (für größere Verteilungen).
Prüfung und Wartung
Jeder FI-Schutzschalter hat eine Prüftaste. Betätigen Sie diese mindestens alle 6 Monate, um die Funktion zu testen. Der FI muss dabei sofort auslösen. Schalten Sie ihn anschließend wieder ein.
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