Schaltschrank planen — 4 oder 5 Reihen? Praktiker-Anleitung für Hausbauer

Faustregel pro Verbraucher

Standard-EFH-Rechnung

Ein typisches Einfamilienhaus mit 120 m² hat:

  • 10–14 Steckdosenstromkreise (Wohnen, Küche, Bad, Schlaf, Hobby, Garage)
  • 6–8 Lichtstromkreise
  • 1 Herd-Stromkreis 3-polig
  • 1 Wärmepumpe / Durchlauferhitzer 3-polig
  • 2 FI Typ A (Wohnen + Außenbereich)
  • 1 FI Typ B (für Wallbox falls DC-fähig)
  • 1 SPD Typ 1+2
  • 3–4 AFDD

Macht ca. 32–40 Module. Bei 12 TE pro Reihe heißt das: 4 Reihen sind mindestens, 5 Reihen empfohlen.

Warum 5 Reihen besser sind

  1. Reserve für PV: 2 DC-Sicherungen + Wechselrichter-Anschluss = 3 weitere Module
  2. Reserve für KNX: Netzteil, Linienkoppler, Aktoren = 4–8 Module
  3. Reserve für E-Auto-Erweiterung: zweite Wallbox = 4 Module
  4. Komfort-Funktionen: Steckdosenleisten Garten, Carport-Licht, Sauna

Faustregel: +30 % Reserve einplanen.

Hersteller-Vergleich

Marke Vorteile Typische Größe EFH
Hager Marktführer · sehr gute Verfügbarkeit · IP30/IP40 5x33TE Volta
Striebel & John Hochwertige Verarbeitung · gute B-Ware-Reserve 4-5 Reihen Comfort
Schrack Beste Preis-Leistung · Industrie-Qualität BK080059 (4-reihig)

Passende Gehäuse und komplette Verteiler in allen Größen findest Du direkt im Shop.

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Häufige Fragen

Was ist eine Teilungseinheit (TE)?
Das Rastermaß für Reiheneinbaugeräte nach DIN 43880: 1 TE entspricht 17,5 mm Breite. Ein einpoliger LS belegt 1 TE, ein vierpoliger FI 4 TE. Nach diesem Maß wird die Reihenlänge eines Verteilers angegeben.

Reichen 4 Reihen für ein Einfamilienhaus?
Rechnerisch ja – 32 bis 40 Module passen in 4 Reihen à 12 TE. Praktisch bleibt dann aber keine Reserve. Sobald PV, KNX oder eine zweite Wallbox dazukommen, fehlen 10 bis 15 Module, und der Verteiler muss getauscht statt erweitert werden.

Ist ein Brandschutzschalter Pflicht?
DIN VDE 0100-420 fordert AFDD für bestimmte Endstromkreise; welche das sind, hängt an Gebäudeart und Nutzung. Im Wohnungsbau ist der Einsatz in Schlaf- und Kinderzimmern die gängige Empfehlung, weil dort im Brandfall die Reaktionszeit fehlt.

Warum 30 Prozent Reserve?
Weil Erweiterungen die Regel sind, nicht die Ausnahme. Ein zusätzliches Reihenfeld kostet bei der Erstinstallation wenig, der nachträgliche Tausch eines vollen Verteilers dagegen Material, Montagezeit und eine Abschaltung des ganzen Hauses.

Vorausgehend Neben