Der Knackpunkt: Spannungsabfall
Eine LED-Diode braucht konstante Spannung. Aber der Kupferdraht im Streifen hat Widerstand — je länger der Strip, desto mehr Spannung fällt unterwegs ab. Bei 12 V führt schon 10 % Abfall zu sichtbarem Helligkeitsverlust am Ende.
Praxis-Faustregeln
| Spannung | Max. einseitige Einspeisung | Mit beidseitiger Einspeisung |
|---|---|---|
| 12 V | 5 m | 8 m |
| 24 V | 8 m | 15 m |
| 48 V (HD-Strip) | 20 m | 40 m |
BW-VDE 0298 verlangt unter 3 % Spannungsabfall bei stromführenden Leitern — das gilt hier sinngemäß auch.
Wann 12 V?
- Küchenunterbau bis 4 m
- Möbelbeleuchtung (Regal, Schrankleuchten)
- Camping / Boot / 12V-Anlage vorhanden
Wann 24 V?
- Indirekte Wandbeleuchtung 5–10 m
- Treppe / Flur durchgehend
- Wohnzimmer-Voutebeleuchtung
- Geringere Strom-Stärke → dünneres Kabel reicht
Beidseitige Einspeisung verstehen
Statt Strom nur an einem Ende einzuführen, wird er an beiden Enden eingespeist (oder in der Mitte). Effekt: der maximale Weg pro LED-Diode halbiert sich → Spannungsabfall halbiert sich auch.
Profi-Trick: Bei 15 m Wohnzimmer-Vouten: 2x 7,5 m Strips, jeder mit eigenem Trafo — verbessert Lebensdauer + reduziert Kabel-Querschnitt.
Trafo (Netzteil) richtig dimensionieren
Faustformel: Watt-Bedarf × 1,2 als Sicherheitsreserve.
- 5 m × 14,4 W/m = 72 W → HLG-100H-24 MeanWell (100 W bei 24 V)
- 10 m × 14,4 W/m = 144 W → HLG-150H-24
- 15 m × 14,4 W/m = 216 W → HLG-240H-24
Für CCT / RGBW dimmbar
Bei CCT (Tunable White) oder RGBW sind im Strip 2 bzw. 4 Kanäle drin — du brauchst entsprechend Controller (DMX, KNX, DALI) und beim Trafo bewusst PWM-fähig oder Phasenan-/abschnitt-dimmbar.