Das Innengerät einer Split-Klimaanlage ist der Wärmeübertrager, der die Raumluft ansaugt, abkühlt, entfeuchtet und wieder ausbläst. Es erzeugt damit eine gerichtete Luftströmung im Raum - und genau diese Strömung, nicht die Kühlleistung in Kilowatt, entscheidet darüber, ob die Anlage als angenehm oder als Zugluftquelle empfunden wird.
Die Leistungsauslegung ist eine eigene Rechnung und in Kühlleistung berechnen beschrieben. Dieser Text setzt danach an: Das Gerät ist ausgewählt, die Frage ist, wo es hängt.
Warum die Position mehr entscheidet als die Leistung
Ein Wandgerät bläst kalte Luft aus. Kalte Luft ist dichter als warme und fällt nach unten. Sie legt dabei einen Weg zurück, auf dem sie sich mit Raumluft mischt und dabei erwärmt. Ist dieser Weg lang genug, kommt sie temperiert unten an - dann bemerkt niemand die Strömung. Ist er zu kurz, trifft sie kalt und schnell auf Menschen.
Als Empfindungsgrenze gilt in der Raumlufttechnik eine Luftgeschwindigkeit von etwa 0,2 m/s im Aufenthaltsbereich; darüber wird Bewegung als Zug wahrgenommen, und zwar umso stärker, je kälter die Luft ist. Die DIN EN ISO 7730 beschreibt diesen Zusammenhang für die thermische Behaglichkeit. Praktisch heißt das: Ein Gerät, das direkt auf den Schreibtisch oder das Kopfkissen bläst, wird auch bei perfekt ausgelegter Leistung als unangenehm empfunden.
Der zweite Effekt heißt Kurzschlussströmung. Saugt das Gerät die eigene, gerade ausgeblasene Luft wieder an, misst der interne Fühler eine zu niedrige Temperatur und regelt ab, während der Rest des Raums warm bleibt. Das passiert typischerweise, wenn das Wandgerät in einer Nische, hinter einem Vorhang oder zu dicht unter der Decke hängt.
Montagehöhe und Abstände
Wandgeräte werden hoch montiert, damit die Fallstrecke der kalten Luft ausreicht. Üblich sind Positionen dicht unter der Decke - der genaue Mindestabstand nach oben, zur Seite und nach vorn steht in der Montageanleitung des jeweiligen Geräts und liegt je nach Baureihe im Bereich weniger Zentimeter bis über zehn Zentimeter. Diese Angabe ist keine Empfehlung, sondern Voraussetzung für die angegebene Leistung.
Freier Ansaugweg ist Pflicht. Über dem Gerät darf kein Regalbrett sitzen, davor kein Schrank stehen, darunter kein hoher Vorhang hängen. Alles, was den Luftweg verengt, verschlechtert Leistung und Geräusch gleichzeitig.
Die Wand selbst muss das Gewicht tragen und darf keine Leitungen im Bohrbereich führen. Bei Leichtbauwänden ist eine Traverse oder ein Befestigungspunkt in der Unterkonstruktion nötig - sonst überträgt die Wand jede Vibration in den Raum nebenan.
Wo das Gerät im Raum sitzen sollte
Die beste Position bläst über die lange Achse des Raums, nicht quer gegen eine nahe Wand. Trifft der Luftstrahl nach zwei Metern auf eine Wand, wird er umgelenkt und fällt konzentriert nach unten - genau dort steht dann meist ein Sofa.
Die Außenwand mit den Fenstern ist häufig eine gute Wahl, weil die Kühllast dort entsteht. Das Gerät arbeitet dann gegen den Wärmeeintrag an, statt ihn quer durch den Raum zu holen. Gleichzeitig ist der Weg zur Außeneinheit kurz, was die Kältemittelleitung kurz hält.
Im Schlafzimmer gilt die klarste Regel: nicht über dem Bett und nicht direkt darauf gerichtet. Sinnvoll ist eine Position an der Wand am Fußende oder seitlich versetzt, sodass der Luftstrahl über das Bett hinweg in den Raum geht. Wer keine solche Wand hat, sollte über eine andere Bauform nachdenken.
Wenn das Wandgerät nicht passt
Nicht jeder Raum verträgt ein Wandgerät. In Räumen mit umlaufenden Möbeln, in Dachschrägen oder bei hohem Anspruch an die Optik sind andere Bauformen die bessere Antwort.
Ein Kanalgerät verschwindet in der abgehängten Decke und verteilt die Luft über Auslässe. Das erlaubt eine Positionierung der Auslässe unabhängig vom Gerät und damit deutlich mehr Freiheit bei der Strömungsführung. Voraussetzung ist Platz in der Decke und eine geplante Kanalführung.
Eine Deckenkassette bläst in vier Richtungen und eignet sich für quadratische Räume, in denen kein Wandplatz frei ist. Die passende Verkleidung wird dabei separat zur Geräteeinheit ausgewählt. Truhengeräte sitzen bodennah und sind bei niedrigen Brüstungen eine Option, brauchen aber ebenfalls freien Luftweg nach vorn.
Welche Bauform in welchen Raum passt, hängt von Deckenaufbau, Raumgeometrie und Nutzung ab. Das Sortiment an Klimatechnik deckt alle vier Varianten ab; die Auswahl gehört mit dem Kältefachbetrieb abgestimmt.
Kondensat: der Punkt, der die Position kippen kann
Jedes Innengerät im Kühlbetrieb produziert Kondensat. Das Wasser muss mit Gefälle abfließen - üblich ist ein Gefälle von etwa 1 bis 2 Prozent in Fließrichtung, durchgehend, ohne Gegensteigung. Genau daran scheitern viele theoretisch gute Positionen.
Führt kein Weg mit natürlichem Gefälle nach draußen oder zum Abwasseranschluss, kommt eine Kondensatpumpe zum Einsatz. Sie hebt das Wasser auf Höhe und ermöglicht damit auch Positionen unterhalb der Ablaufebene. Der Preis dafür ist ein zusätzliches Bauteil mit Stromanschluss, ein leises Betriebsgeräusch und ein Wartungspunkt.
Wichtig: Eine Pumpe repariert kein falsch verlegtes Rohr. Sacken der Schlauch durch oder fehlt der Siphon, läuft das Wasser trotzdem an die falsche Stelle. Details dazu stehen in Kondensat der Klimaanlage ableiten.
Was am Aufstellort elektrisch zu klären ist
Das Innengerät braucht in aller Regel keine eigene Netzzuleitung - es wird meist über die Verbindungsleitung von der Außeneinheit mitversorgt. Die Absicherung, der Stromkreis und der passende FI-Typ hängen deshalb an der Außeneinheit. Welcher RCD-Typ bei Invertergeräten nötig ist, steht in Klimaanlage elektrisch anschließen.
Für die Position relevant ist vor allem der Wanddurchbruch: Kältemittelleitung, Kondensatleitung und Verbindungskabel gehen gemeinsam durch die Wand. Der Durchbruch bekommt ein leichtes Gefälle nach außen, damit kein Wasser hineinläuft, und wird anschließend sauber abgedichtet. Die Arbeiten am Kältekreis sind Sache eines zertifizierten Kältefachbetriebs; die elektrische Seite gehört zur Elektrofachkraft.
Häufige Fragen
Wie weit muss das Innengerät vom Bett entfernt sein?
Einen normativen Mindestabstand gibt es nicht. Entscheidend ist, dass der Luftstrahl nicht direkt auf die Liegefläche trifft. Eine Position am Fußende oder seitlich versetzt, kombiniert mit nach oben gestellten Lamellen, löst das in den meisten Schlafzimmern.
Darf das Gerät über einer Tür hängen?
Grundsätzlich ja, wenn Mindestabstände und freier Ansaugweg eingehalten sind. Problematisch wird es, wenn die geöffnete Tür in den Luftstrahl ragt oder die Position keinen Kondensatablauf mit Gefälle zulässt.
Warum kühlt der Raum ungleichmäßig, obwohl die Leistung stimmt?
Häufigste Ursache ist eine Kurzschlussströmung: Das Gerät saugt die eigene kalte Luft wieder an und regelt zu früh ab. Zweithäufigste Ursache ist ein Luftstrahl, der nach kurzer Strecke auf ein Hindernis trifft und dort nach unten abfällt.
Kann ich das Innengerät später versetzen?
Technisch möglich, praktisch aufwendig. Kältemittelleitung, Kondensatleitung und Verbindungskabel müssen neu verlegt, der Kreislauf abgesaugt und wieder befüllt werden. Das ist Fachbetriebsarbeit - die Position sollte deshalb vor der Montage stimmen.
Wie laut ist ein Innengerät im Schlafzimmer?
Die Schallleistungs- und Schalldruckangaben stehen im Datenblatt, meist gestaffelt nach Lüfterstufe. Der niedrigste Wert gilt für die kleinste Stufe - wer nachts leise fahren will, sollte das Gerät so auslegen, dass es dauerhaft in dieser Stufe arbeiten kann.
Kurz zusammengefasst
Hoch montieren, freien Luftweg lassen, über die lange Raumachse blasen, nicht auf Menschen zielen und das Kondensat mit Gefälle wegbekommen. Wo das mit einem Wandgerät nicht geht, ist eine andere Bauform kein Kompromiss, sondern die richtige Lösung. Die Position wird einmal festgelegt und danach jahrelang jeden Sommer bemerkt.