Klimaanlage elektrisch anschließen: eigener Stromkreis, Absicherung, FI-Typ

Der elektrische Anschluss einer Split-Klimaanlage ist ein fest verlegter Endstromkreis: Innen- und Außengerät hängen an einer gemeinsamen Versorgung, die direkt aus der Unterverteilung kommt und dort eigenen Leitungs- und Fehlerstromschutz bekommt. An genau dieser Stelle scheitern die meisten Nachrüstungen — nicht an der Kältetechnik, sondern an Absicherung, Querschnitt und Trennvorrichtung. Was elektrisch dazugehört, steht hier. Die Geräte selbst findest du in der Klimatechnik.

Warum ein eigener Stromkreis Pflicht ist

Ein Split-Gerät läuft im Sommer über Stunden unter Last, und der Verdichter zieht beim Anlauf ein Vielfaches seines Nennstroms. Hängt die Anlage am selben Stromkreis wie Kühlschrank, Fernseher und Steckdosenleiste, löst der Leitungsschutzschalter irgendwann beim Anlauf aus — meist an dem Tag, an dem es am heißesten ist. Alle namhaften Hersteller schreiben deshalb im Datenblatt einen separaten Endstromkreis vor. Der Platz dafür muss in der Verteilung vorhanden sein: pro Gerät ein Leitungsschutzschalter B 16 A, dazu der passende Fehlerstromschutz aus dem Bereich Verteilung und Schutz. Reicht der Platz im Zählerschrank nicht, wird eine Unterverteilung nachgerüstet — das ist Teil der Kalkulation, nicht ein Detail am Rand.

230 V oder 400 V: was das Gerät wirklich braucht

Single-Split-Geräte bis rund 3,5 kW Kälteleistung laufen in Deutschland einphasig mit 230 V / 50 Hz und werden je nach Modell mit 10 oder 16 A abgesichert. Eine typische Split-Außeneinheit mit 3,5 kW fällt in diese Klasse. Ab etwa 7 kW und bei Multisplit-Anlagen mit mehreren Innengeräten wechseln viele Hersteller auf 400 V dreiphasig — dann brauchst du fünf Adern bis zum Außengerät und einen dreipoligen Leitungsschutzschalter. Welche Variante gilt, steht immer im Datenblatt des konkreten Geräts, nicht in einer Faustformel. Wer noch bei der Geräteauswahl steht, findet die Kriterien in unserem Beitrag Split-Klimaanlage kaufen.

Absicherung und Leitungsquerschnitt

Für den Standardfall 230 V / 16 A wird üblicherweise NYM-J 3×1,5 mm² verlegt, bei 20 oder 25 A entsprechend 3×2,5 mm². Verbindlich ist aber nicht die Faustzahl, sondern die Strombelastbarkeit nach DIN VDE 0298-4: Verlegeart, Häufung mehrerer Leitungen im selben Kanal und Umgebungstemperatur senken den zulässigen Strom teils deutlich. Leitungsschutzschalter für Wohn- und Zweckbauten richten sich nach DIN EN 60898, Charakteristik B ist für Klimageräte der Regelfall. Die Zuordnung von Querschnitt zu Absicherung haben wir in NYM-Querschnitte und Strombelastbarkeit im Detail durchgerechnet.

Welcher RCD-Typ zur Inverter-Technik passt

Jedes moderne Split-Gerät arbeitet mit Frequenzumrichter. Im Fehlerfall können dabei glatte Gleichfehlerströme entstehen, und ein RCD vom Typ A erkennt die unter Umständen nicht mehr zuverlässig. DIN VDE 0100-530 verlangt deshalb, den RCD nach dem zu erwartenden Fehlerstrom auszuwählen — maßgeblich ist die Angabe des Geräteherstellers, die je nach Modell Typ A, Typ F oder Typ B vorschreibt. Für Endstromkreise in Wohngebäuden gilt daneben die 30-mA-Anforderung aus DIN VDE 0100-410. Ein FI-Schutzschalter 40 A, 30 mA, Typ A deckt viele, aber nicht alle Geräte ab. Welcher Typ was erkennt, steht in RCD-Typen AC, A, F und B.

Trennvorrichtung am Außengerät

Für Wartung und Reparatur muss sich das Außengerät sicher freischalten lassen. DIN VDE 0100-537 fordert eine Trennvorrichtung, in der Praxis ist das ein allpoliger Reparaturschalter in Sichtweite des Geräts. Im Freien braucht der mindestens IP44, an ungeschützten Fassaden eher IP54 oder IP65. Reparaturschalter, Wandkonsolen, Kondensatpumpen und Montagematerial liegen im Klimatechnik-Zubehör.

Leitungswege sauber planen

Zwischen Innen- und Außengerät laufen drei Dinge parallel: Kältemittelleitung, Kondensatablauf und die Steuer- beziehungsweise Versorgungsleitung. Für die Wanddurchführung wird gebohrt, bevor Innengerät und Konsole sitzen — nachträglich sind die Winkel selten sauber. Auf der Elektroseite gehört die Leitung in einen Kanal oder ein Rohr aus den Kabelführungssystemen, im Außenbereich UV-beständig ausgeführt. Wie Durchmesser und Länge der Kältemittelleitung zusammenhängen, steht in Kältemittelleitung bei Split-Klimaanlagen.

Wer darf was anschließen

Der Elektroanschluss ist Sache einer Elektrofachkraft — vom Verteiler bis zur Klemme im Gerät. Für den Kältekreis gilt zusätzlich die F-Gase-Verordnung (EU) 517/2014: Arbeiten an Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen darf nur ausführen, wer den Sachkundenachweis nach der Durchführungsverordnung (EU) 2015/2067 hat. Monoblock-Geräte mit Steckeranschluss und vorbefülltem, hermetisch geschlossenem Kreislauf sind davon ausgenommen — sie sind der einzige Weg, an dem Laien legal selbst montieren.

Häufige Fragen

Braucht jede Klimaanlage einen eigenen Stromkreis?
Jedes fest installierte Split-Gerät ja. Mobile Monoblock-Geräte mit Schuko-Stecker laufen an einem vorhandenen Stromkreis, sollten dort aber nicht mit weiteren großen Verbrauchern zusammenliegen.

Reicht ein FI vom Typ A?
Nur wenn der Hersteller ihn freigibt. Bei Inverter-Geräten steht im Datenblatt häufig Typ F oder Typ B. Die Angabe im Datenblatt schlägt jede allgemeine Empfehlung.

Welcher Querschnitt für ein 3,5-kW-Gerät?
Bei 230 V und 16 A Absicherung in der Regel 3×1,5 mm², sofern die Verlegeart nach DIN VDE 0298-4 das hergibt. Bei langen Leitungswegen oder Häufung im Kanal wird auf 2,5 mm² aufgestockt.

Kann ich den Reparaturschalter weglassen, wenn ich den LS ausschalten kann?
Nein. Die Trennvorrichtung muss für den Arbeitenden sicher erkennbar und gegen Wiedereinschalten gesichert sein — ein Automat zwei Etagen tiefer erfüllt das nicht.

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