Das Innengerät einer Split-Klimaanlage ist der Teil, der im Raum hängt oder steht und die Raumluft über den Verdampfer kühlt, entfeuchtet und wieder verteilt. Die Bauform legt fest, wo diese Luft angesaugt und ausgeblasen wird, wie viel Platz das Gerät in Decke oder Wand belegt und ob es sein Kondensat selbst wegpumpt. Vier Bauformen decken fast alle Räume ab: Wandgerät, Deckenkassette, Kanalgerät und Truhengerät, dazu als Sonderfall das Deckenunterbaugerät. Welche passt, entscheidet nicht der Katalog, sondern Raumgeometrie, Deckenaufbau, Nutzung und die Frage, wohin das Wasser soll.
Die Kühlleistung ist eine eigene Rechnung, sie steht im Beitrag Kühlleistung pro Raum. Dieser Text setzt eine Stufe früher an: Welche Form kommt überhaupt in Frage, bevor du über Kilowatt sprichst.
Die vier Bauformen im Vergleich
- Wandgerät: hängt hoch an der Wand, bläst nach vorn und unten, braucht keine Zwischendecke, Kondensat läuft meist im Gefälle ab
- Deckenkassette: sitzt in der abgehängten Decke, bläst vierseitig, Kondensatpumpe ist eingebaut
- Kanalgerät: liegt unsichtbar in der Zwischendecke, Luft geht über Kanäle zu Auslässen, baut Druck für längere Kanalwege auf
- Truhengerät: steht am Boden oder hängt tief an der Wand, bläst nach vorn und oben, kommt ohne Decke aus
- Deckenunterbaugerät: flach unter die Decke geschraubt, für hohe Räume ohne Hohlraum
Wo ein Wandgerät im Raum hängen sollte und warum die Luftführung mehr zählt als die Leistung, steht im Beitrag Innengerät positionieren. Hier geht es um die Fälle, in denen das Wandgerät nicht die beste Antwort ist.
Wandgerät: der Standard für Einzelräume
Das Wandgerät ist die günstigste und am schnellsten montierte Bauform. Es hängt dicht unter der Decke, die kalte Luft fällt auf dem Weg durch den Raum ab und mischt sich dabei mit der Raumluft. Für Schlafzimmer, Büro, Wohnzimmer und Kinderzimmer ist das die Regel, nicht die Ausnahme.
Ein Beispiel aus dem Sortiment ist das Wandgerät SRK20ZSX-WFT mit 2,0 kW Nennkühlleistung, das zwischen 0,9 und 3,4 kW moduliert und im Heizbetrieb bis 5,5 kW liefert. In der kleinsten Lüfterstufe sind es 19 dB(A), der WLAN-Adapter ist eingebaut, die Verbindungsleitung zum Außengerät braucht mindestens 4 × 1,5 mm².
Die Grenze des Wandgeräts ist die Wand selbst. Es braucht eine freie Fläche, einen Luftweg über die lange Raumachse und einen Kondensatweg mit Gefälle nach draußen oder zum Abfluss. In Räumen mit umlaufenden Schränken, in Dachschrägen und in großen quadratischen Räumen bläst es entweder gegen die nächste Wand oder direkt auf Menschen. Dann lohnt der Blick auf die anderen Bauformen, bevor du dich durch die Wandgeräte arbeitest.
Deckenkassette: vierseitig in den quadratischen Raum
Die Deckenkassette sitzt in der abgehängten Decke, nur das Paneel bleibt sichtbar. Sie saugt mittig an und bläst nach vier Seiten aus. Dadurch gibt es keinen gerichteten Strahl, der einen Arbeitsplatz trifft, sondern eine flächige Verteilung. Das ist die Bauform für Büros, Praxen, Verkaufsräume und große Wohnküchen mit Zwischendecke.
Die Deckenkassette FDT112KXZE3-W zeigt die typischen Daten dieser Klasse: 11,2 kW Kühl- und 12,5 kW Heizleistung, Gehäuse 298 × 840 × 840 mm, 28 kg, Luftmenge 780 bis 2.220 m³/h und ein Schalldruckpegel von 31 bis 49 dB(A) je nach Lüfterstufe. Die integrierte Kondensatpumpe hebt das Wasser 850 mm ab Geräteunterkante, der Kondensatanschluss hat Ø 25 mm, ein Frischluftanschluss ist vorbereitet. Als Paneel gibt es ein Standard- und ein Komfortpaneel gegen Zugluft, optional einen Präsenzmelder. Die kleinste Größe der Baureihe liegt bei 2,8 kW.
Drei Dinge begrenzen die Kassette. Erstens der Deckenhohlraum: Das Gerät allein ist 298 mm hoch, dazu kommen Kältemittelleitung, Kondensatleitung und das Paneel. Zweitens das Rastermaß: 840 × 840 mm passen nicht in ein 600er Deckenraster, ohne die Unterkonstruktion anzupassen. Drittens das Kondensat: Die Pumpe schafft 850 mm, danach muss die Leitung im Gefälle weiterlaufen. Die hier genannten Geräte mit KX in der Typenbezeichnung gehören außerdem zu Systemen mit mehreren Innengeräten an einem Außengerät, welche Kombination zulässig ist, steht in der Herstellerfreigabe. Eine Übersicht der Größen findest du bei den Deckenkassetten.
Kanalgerät: unsichtbar, dafür ein Lüftungsprojekt
Das Kanalgerät verschwindet komplett in der Zwischendecke oder in einem Nebenraum. Die Luft wird über Kanäle angesaugt und über Auslässe wieder in den Raum gegeben. Du siehst nur Gitter in der Decke, und du kannst diese Gitter dort setzen, wo die Luft hin soll, auch in zwei oder drei benachbarte Räume, dann allerdings mit einer gemeinsamen Temperaturregelung.
Das Kanalgerät FDU56KXE6F liefert 5,6 kW Kühl- und 6,3 kW Heizleistung bei 280 × 750 × 635 mm und 29 kg. Entscheidend ist die externe statische Pressung: 35 Pa in der Standardeinstellung, bis 200 Pa maximal. Dieser Wert ist das Budget für Kanal, Filter, Schalldämpfer und Auslässe. Die Luftmenge liegt zwischen 480 und 780 m³/h, der Schalldruck am Gerät zwischen 26 und 37 dB(A). Die Kondensatpumpe hebt 600 mm, der Ansaug lässt sich von hinten auf unten umrüsten, der Frischluftanschluss hat Ø 170 mm, die Kanalanschlüsse messen 200 × 420 mm auf der Saugseite und 170 × 680 mm auf der Druckseite.
Der Preis für die Unsichtbarkeit ist Planung. Das Kanalnetz muss gegen die verfügbare Pressung gerechnet werden, sonst kommt am letzten Auslass kaum Luft an. Filter und Pumpe brauchen eine Revisionsöffnung, Schall wandert durch den Kanal mit und wird mit Schalldämpfern abgefangen. Wer das sauber plant, bekommt die leiseste und optisch ruhigste Lösung im Raum. Die Baureihen stehen unter Kanalgeräte.
Truhengerät und Deckenunterbaugerät: wenn die Decke nichts hergibt
Das Truhengerät steht wie ein Heizkörper am Boden oder hängt tief an der Wand, meist unter dem Fenster, und bläst nach oben und vorn aus. Das Truhengerät FDFW28KXZE3-W bringt 2,8 kW Kühl- und 3,2 kW Heizleistung mit Kältemittel R32, ein Kunststoffgehäuse, zweiseitigen Ausblas, Stand- und Wandmontage, einen Störmeldekontakt für eine externe Kondensatpumpe und einen Kältemittel-Leckagesensor. Das ist die Bauform für Dachschrägen, für Altbauten ohne Zwischendecke und für Räume mit durchgehenden Fensterbändern. Die Grenze: Es braucht Standfläche und freien Luftweg nach vorn, und weil der Kondensatablauf tief liegt, ist ohne Pumpe selten ein Gefälle möglich.
Das Deckenunterbaugerät ist die flache Lösung für hohe Räume ohne Hohlraum, typisch in Werkstätten, Lagern, Gasträumen und Seminarräumen. Das FDE45KXZE3-W mit 4,5 kW Kühl- und 5 kW Heizleistung misst 690 × 1070 × 210 mm, wiegt 28 kg, hat Autoswing-Lamellen, einen waschbaren Long-Life-Filter, 420 bis 780 m³/h Luftmenge und 26 bis 46 dB(A) Schalldruck. Beide Bauformen stehen gemeinsam unter Truhen- und Deckenunterbaugeräte, die reinen Standgeräte gesondert unter Truhengeräte.
Was bei jeder Bauform gleich bleibt
- Kondensat: Kassette und Kanalgerät heben das Wasser mit der eingebauten Pumpe 850 beziehungsweise 600 mm an, danach gilt Gefälle ohne Gegensteigung. Wand- und Truhengerät haben keine Pumpe, dort entscheidet die Position über Gefälle oder externe Pumpe mit Störmeldekontakt.
- Kältemittelleitung: Die Geräteanschlüsse liegen bei 4,5 bis 5,6 kW bei Ø 6 und 12 mm (1/4 und 1/2 Zoll), bei 11,2 kW bei Ø 10 und 16 mm (3/8 und 5/8 Zoll). Zulässige Längen und Höhendifferenzen gibt der Hersteller je System vor, Biegeradien und Befestigung stehen im Beitrag Kältemittelleitung verlegen.
- Kältemittel R32: Sicherheitsgruppe A2L, schwer entflammbar. Daraus folgt eine Mindestraumfläche je Innengerät, abhängig von Füllmenge und Montagehöhe. Für kleine Räume kann ein Innengerät damit unzulässig sein, obwohl es leistungsmäßig passt.
- Strom: Alle genannten Innengeräte laufen mit 230 V, 1 Phase, 50 Hz. Der Stromkreis, die Absicherung und der FI-Typ richten sich nach dem Außengerät und der Herstellerangabe, der Anschluss gehört zur Elektrofachkraft.
- Kältekreis: Bördeln, Druckprobe, Vakuum und Inbetriebnahme setzen den Sachkundenachweis nach F-Gas-Verordnung voraus. Durchbruch, Konsole, Kanal und Leerrohr lassen sich vorbereiten.
Innengerät und Außengerät sollten aus einer Serie stammen, damit Leistungsdaten, Steuerung und Freigaben zusammenpassen. Das vollständige Programm einer Marke, vom Wandgerät bis zum Außengerät, steht bei Mitsubishi Heavy Industries.
Entscheidung nach Raum
- Schlafzimmer, Büro, Kinderzimmer mit freier Wand: Wandgerät, Kondensat im Gefälle planen
- Quadratischer Raum über 30 m² mit abgehängter Decke: Deckenkassette, Hohlraum und Rastermaß vorher prüfen
- Mehrere kleine Räume mit gleichem Bedarf, Design ohne sichtbares Gerät: Kanalgerät mit gerechnetem Kanalnetz
- Dachschräge, Altbau ohne Zwischendecke, Fensterband: Truhengerät, Kondensatpumpe meist nötig
- Werkstatt, Lager, hoher Raum ohne Hohlraum: Deckenunterbaugerät
- Gewerbe mit mehreren Räumen: Mischung der Bauformen an einem Mehrgeräte-System, zum Beispiel Kassetten im Großraum und Wandgeräte in den Einzelbüros
Häufige Fragen
Brauche ich für eine Deckenkassette eine abgehängte Decke?
Ja. Das Gerät verschwindet vollständig im Hohlraum, nur das Paneel bleibt sichtbar. Beim Beispiel FDT112 sind das 298 mm Gerätehöhe plus Leitungen. Ohne Hohlraum ist das Deckenunterbaugerät die passende Alternative, es sitzt mit 210 mm Bauhöhe direkt unter der Rohdecke.
Ist ein Kanalgerät leiser als ein Wandgerät?
Nicht automatisch. Das Kanalgerät erzeugt am Gerät 26 bis 37 dB(A), ein kleines Wandgerät beginnt bei 19 dB(A). Beim Kanalgerät zählt aber nicht der Wert am Gerät, sondern was nach Kanal und Schalldämpfer am Auslass ankommt. Mit Schalldämpfer ist es im Raum meist die ruhigste Lösung, ohne kann es lauter sein als ein Wandgerät.
Kann ich Bauformen an einem Außengerät mischen?
Bei Systemen mit mehreren Innengeräten an einem Außengerät ja, solange der Hersteller die Kombination freigibt und die Summe der Innengeräteleistung innerhalb der zulässigen Überdeckung bleibt. Wandgerät im Büro und Kassette im Besprechungsraum am selben Außengerät sind ein üblicher Fall.
Welche Bauform passt in die Dachschräge?
Das Truhengerät an der Kniestockwand oder das Deckenunterbaugerät am waagerechten Deckenteil. Ein Wandgerät braucht eine senkrechte Fläche mit ausreichender Fallstrecke, die in der Schräge selten vorhanden ist. Bei allen drei gilt: den Kondensatweg vor der Geräteauswahl klären.
Wer darf das Innengerät montieren?
Konsole, Deckenausschnitt, Kanal und Leerrohr sind handwerkliche Vorarbeiten. Der elektrische Anschluss gehört zur Elektrofachkraft, jeder Eingriff in den Kältekreis zum zertifizierten Kältefachbetrieb. Das gilt für die kleinsten Wandgeräte genauso wie für die Kassette mit 11 kW.