Der Stromverbrauch einer Klimaanlage ist die elektrische Energie in Kilowattstunden (kWh), die das Gerät beim Kühlen oder Heizen aufnimmt. Du berechnest sie aus der Leistungsaufnahme in Kilowatt und den Betriebsstunden. Die Kühlleistung auf dem Typenschild sagt dafür wenig aus: Ein Split-Gerät mit 5 kW Kühlleistung nimmt nicht 5 kW Strom auf, sondern bei Nennbetrieb nur rund ein Viertel bis ein Drittel davon, weil es Wärme mit Strom nur verschiebt, statt sie zu erzeugen. Wie das im Alltag aussieht, rechnen wir hier an einem Gerät mit belegten Herstellerdaten durch.
Die Rechnung in drei Schritten
- Leistungsaufnahme ermitteln: Sie steht im Datenblatt. Ohne Datenblatt teilst du die Kühlleistung durch die Leistungszahl EER des Geräts.
- Betriebsstunden schätzen: Zähle die Tage und die Stunden, an denen das Gerät wirklich kühlt oder heizt, nicht die Stunden, in denen es an ist.
- Mit dem Strompreis multiplizieren: kWh mal Preis je kWh ergibt die Kosten. Setze dafür deinen Tarif ein.
Beispiel: Split-Gerät mit 5 kW Kühlleistung
Das Mitsubishi Heavy Außengerät SRC50ZS-W ist ein Single-Split mit R32 und Inverterregelung. Aus dem Datenblatt im Shop:
- Nennkühlleistung 5 kW, Nennheizleistung 5,8 kW
- Leistungsaufnahme Kühlen (Nenn) 1,35 kW, Heizen (Nenn) 1,56 kW
- Betriebsstrom Kühlen (Nenn) 5,9 A bei 230 V
- Saisonale Effizienz SEER 7 und SCOP 4,6
- Jährlicher Energiebedarf laut Ökodesign-Angabe: 250 kWh Kühlen, 1.158 kWh Heizen
Aus den Nennwerten folgt eine Leistungszahl im Nennpunkt von 5 kW geteilt durch 1,35 kW, also rund 3,7. Für jede Kilowattstunde Strom liefert das Gerät dann 3,7 kWh Kälte. Der SEER von 7 ist deutlich höher, weil er den Teillastbetrieb über die Saison mitrechnet. Inverter-Geräte laufen meist im Teillastbereich und arbeiten dort effizienter als bei voller Leistung.
Was der Jahreswert von 250 kWh bedeutet
Der Ökodesign-Wert ist ein genormter Rechenwert. Er geht von 350 Stunden Kühlbetrieb pro Jahr unter festgelegten Bedingungen aus: 5 kW geteilt durch SEER 7, mal 350 Stunden ergibt 250 kWh. Beim Heizen rechnet die Norm mit einem eigenen Stundenansatz, daher der höhere Wert. Dein Verbrauch weicht davon ab, wenn du länger kühlst, wenn der Raum stark aufheizt oder das Gerät an heißen Tagen dauernd auf Volllast läuft.
Zwei Rechenbeispiele, jeweils mit dem Annahmepreis 0,35 Euro je kWh (setze deinen Tarif ein):
- Normwert: 250 kWh im Jahr, also 250 mal 0,35 Euro gleich 87,50 Euro.
- Obergrenze bei Dauerlast: 1,35 kW mal 6 Stunden am Tag mal 60 Tage gleich 486 kWh, also 170,10 Euro. Das ist eine Obergrenze, weil das Gerät nicht dauerhaft mit Nennleistung läuft.
Eine Betriebsstunde bei Volllast kostet damit rund 0,47 Euro (1,35 kW mal 0,35 Euro). In der Praxis liegen die Kosten irgendwo zwischen beiden Werten, meist näher am unteren.
Andere Geräte, gleiche Rechnung
Für ein Gerät ohne bekannte Leistungsaufnahme teilst du die Kühlleistung durch einen angenommenen EER. Die Deckenkassette FDTC22KXZE3-W mit 2,2 kW Kühlleistung käme bei einem angenommenen EER von 3,5 auf rund 0,63 kW Leistungsaufnahme. Das ist nur eine Annahme, den echten Wert liefert das Datenblatt. Auch das Außengerät SRC50ZSX-W3 hat eigene Kennwerte im Datenblatt. Ob die Leistung zum Raum passt, klärst du vorher mit der Kühlleistungsberechnung pro Raum, denn ein überdimensioniertes Gerät kann häufiger takten und weniger effizient arbeiten.
Was den Verbrauch nach oben treibt
- Außentemperatur: Je heißer draußen, desto mehr Strom für dieselbe Kühlleistung.
- Sollwert: Jedes Grad weniger Zieltemperatur erhöht die Laufzeit. Ein moderater Sollwert spart spürbar.
- Sonneneinstrahlung und Dämmung: Ungeschützte Südfenster und ein schlecht gedämmtes Dach erhöhen die Kühllast.
- Verschmutzung: Verstopfte Filter und ein zugesetzter Wärmetauscher senken die Effizienz. Regelmäßige Wartung hält den Verbrauch stabil.
- Leitungslänge und Höhenunterschied: Lange Kältemittelleitungen kosten Leistung. Die Grenzen erklären wir im Beitrag zur Kältemittelleitung bei Split-Klimaanlagen.
- Standby: Steuerung und Kurbelwannenheizung ziehen auch im Stillstand Strom. Die Werte stehen im Datenblatt und sind in der Rechnung oben nicht enthalten.
Verbrauch messen statt schätzen
Fest angeschlossene Split-Geräte lassen sich nicht über einen Zwischenstecker messen. Möglich ist ein Unterzähler im Stromkreis des Geräts. Den baut eine Elektrofachkraft in den Verteiler ein. Passende Geräte findest du in der Kategorie Messtechnik und Zähler. Auch der Stromkreis selbst gehört in Fachhand: Absicherung, Leitungsquerschnitt und FI-Typ legst du nach Herstellerangabe fest, wie im Beitrag Klimaanlage elektrisch anschließen beschrieben.
Wenn du eine Anlage planst, findest du Wandgeräte in der Kategorie Klima-Wandgeräte, Außengeräte unter Klima-Außengeräte und das komplette Programm der Marke unter Mitsubishi Heavy Industries.
Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, kann den Strombedarf der Klimaanlage zum Teil selbst decken, weil der Kühlbedarf an sonnigen Tagen mit der Erzeugung zusammenfällt. Wie viel davon im Haus bleibt, hängt von Anlagengröße, Tageszeit und Speicher ab. Rechne deshalb getrennt: erst den Verbrauch der Klimaanlage, dann den Anteil, den dein Dach liefert. Nur so siehst du, was am Ende wirklich aus dem Netz kommt.
Häufige Fragen zum Stromverbrauch von Klimaanlagen
Wie viel Strom verbraucht eine Klimaanlage pro Stunde?
Das hängt von Gerät und Last ab. Ein Split-Gerät mit 5 kW Kühlleistung nimmt laut Datenblatt im Nennbetrieb 1,35 kW auf, im Teillastbetrieb meist weniger. Eine Stunde bei Volllast entspricht damit 1,35 kWh.
Was kostet eine Klimaanlage im Monat?
Multipliziere Leistungsaufnahme, Betriebsstunden und deinen Strompreis. Im Beispiel oben ergeben 6 Stunden Volllast an 30 Tagen 243 kWh, bei 0,35 Euro je kWh also 85,05 Euro. Das ist eine Obergrenze, in der Praxis liegt der Wert häufig darunter.
Sind Inverter-Klimaanlagen sparsamer?
Meist ja. Der Verdichter regelt die Drehzahl und passt die Leistung an den Bedarf an, statt ein- und auszuschalten. Das verringert Anlaufspitzen und Taktverluste.
Darf ich eine Klimaanlage selbst anschließen?
Der elektrische Anschluss und alle Arbeiten am Kältekreis gehören in Fachhand. Am Kältekreis ist dafür eine Sachkunde nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung nötig, am Stromkreis eine Elektrofachkraft.
Wie hoch ist der Stromverbrauch im Heizbetrieb?
Die Ökodesign-Angabe des Beispielgeräts liegt bei 1.158 kWh im Jahr für die Heizsaison nach Norm. Der reale Wert hängt vom Klima und der Betriebsweise ab.